Kurz gesagt
Nimm in einem gedämpften Raum auf, etwa vor einem offenen Kleiderschrank oder mit Decken. Bleib 15–20 cm vor dem Mikrofon, mit Popschutz. Stell den Pegel so ein, dass die lautesten Stellen bei −12 bis −6 dBFS liegen, und nimm mehrere Takes auf. Effekte kommen erst im Mix.
Der Raum ist wichtiger als das Mikrofon
Kahle Wände werfen deine Stimme zurück. Dieser Hall landet in der Aufnahme und lässt sich im Mix kaum entfernen.
- Kleiderschrank: Vor einem offenen Schrank voller Kleidung klingt es fast wie in der Gesangskabine.
- Decken: hinter dir und seitlich aufhängen, dort trifft die Stimme zuerst auf.
- Nicht in die Ecke oder direkt vor eine kahle Wand singen.
- Bad und Küche meiden: harte Flächen, viel Hall.
Abstand und Popschutz
- 15–20 cm Abstand, etwa eine Handbreite und etwas mehr.
- Popschutz gegen laute P- und B-Laute.
- Gleicher Abstand über den ganzen Song, sonst ändert sich der Klang. Markier dir die Position.
- Bei sehr lauten Stellen ein kleines Stück zurückgehen.
Den richtigen Pegel einstellen
Stell die Vorverstärkung am Interface so ein, dass deine lautesten Stellen bei −12 bis −6 dBFS liegen. Mit 24 Bit ist etwas zu leise kein Problem. Übersteuert ist die Aufnahme dagegen kaputt und lässt sich nicht retten.
Kopfhörer und Monitoring
- Geschlossene Kopfhörer, damit der Beat nicht ins Mikrofon dringt.
- Keine Verzögerung: Direct Monitoring am Interface oder eine kleine Puffergröße in der DAW.
- Beat nicht zu laut, sonst singst du gegen ihn an und wirst schief.
Takes, Doubles und Adlibs
- Mehrere komplette Takes aufnehmen, die besten Teile danach zusammenschneiden.
- Doubles und Adlibs auf eigene Spuren, nie in die Lead-Spur.
- Hook doppeln, das macht sie breiter und größer.
- Spuren gleich klar benennen, das spart später Zeit.
Stimme und Performance
- Vor der Session ein paar Minuten aufwärmen.
- Stehen statt sitzen, das gibt mehr Luft und Energie.
- Wasser in Zimmertemperatur griffbereit, Pausen machen.
- Lieber eine Session mit Energie als stundenlang müde Takes.
Trocken aufnehmen
Hall, Delay, Kompression und Autotune-Effekte nicht mit aufnehmen. Was einmal in der Datei ist, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Brauchst du Autotune zum Performen, lass es nur auf dem Kopfhörer laufen. Mehr dazu im Ratgeber Autotune richtig einsetzen. Wie du die Spuren danach richtig exportierst, steht unter Stems exportieren.